Nachgebaute Nachrichtenseiten, gefälschte Artikel und Bot-Netzwerke: Russische Desinformation ist längst kein abstraktes Phänomen mehr. Im Rahmen der „Doppelgänger-Kampagne“ etwa wurden täuschend echte Kopien von Spiegel, Süddeutscher Zeitung und Bild ins Netz gestellt, gefüllt mit prorussischen Narrativen. So wurde etwa behauptet, die Bundesregierung vernachlässige die eigene Bevölkerung zugunsten der Ukraine; zugleich forderten entsprechende Beiträge vielfach einen Stopp der Waffenlieferungen. Über 750.000 Menschen in Deutschland haben solche Inhalte innerhalb eines achtmonatigen Zeitraums nach Analysen des Bayrischen Landesamts für Verfassungsschutz gesehen.
Beispiele wie dieses zeigen, wie professionell und strategisch Desinformation heute eingesetzt wird. Sie zielt nicht nur darauf ab, einzelne Falschnachrichten zu verbreiten, sondern Vertrauen in Medien, Institutionen und demokratische Prozesse systematisch zu untergraben. Russische Desinformation stellt damit eine ernsthafte Herausforderung für die liberale Demokratie in Europa dar. Angesichts dieser Bedrohung hat die EU das European Democracy Shield gestartet, eine Initiative zum Schutz vor Falschinformationen und Einflussnahme, die unter anderem die Einrichtung eines europäischen Fact-Checker-Netzwerks sowie eine stärkere Vernetzung der Zivilgesellschaft vorsieht. Aber reicht das wirklich?
Zu Gast ist Julia Smirnova, Senior Researcherin bei CeMAS und Expertin für digitalen Autoritarismus und russische Einflusskampagnen, am Donnerstag, den 21. Mai 2026, um 17:30 Uhr in der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa.
Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 20.05.2026 auf der Website der Stiftung möglich.



