Neue Studie: „Beratungs­an­gebote für Betroffene von antimus­li­mi­schem Rassismus“

02.05.2022

Die von CLAIM im Rahmen des Kompetenznetzwerk Islam- und Muslimfeindlichkeit entstandene Studie zeigt, dass vorhandene Beratungsstellen über wenig Ressourcen verfügen und etwa die Hälfte der untersuchten Stellen kurzfristig finanziert ist.

Titelcover der Studie „Beratungs­an­gebote für Betroffene von antimus­li­mi­schem Rassismus“Übergriffe auf Muslim:innen haben in den letzten fünf Jahren zugenommen und sind aggressiver geworden. Jedoch nur 4 von bundesweit befragten 79 Beratungsstellen für Betroffene von Rassismus weisen eine spezifische Ausrichtung auf Betroffene von antimuslimischem Rassismus auf. Generell verfügen die Beratungsstellen über zu wenig personelle Ressourcen. Das ist ein zentrales Ergebnis der neuen Studie zu „Beratungsangeboten für Betroffene von antimuslimischem Rassismus, die von CLAIM im Rahmen des Kompetenznetzwerk Islam- und Muslimfeindlichkeit entstanden ist.

55 Prozent der befragten Organisationen geben laut der Studie an, kein Verfahren zu haben, um festzustellen, ob eine Person von antimuslimischem Rassismus betroffen ist. Das hat vor allem Implikationen für die Erfassung und die Dokumentation gemeldeter Fälle. Eine Erfassung und eine Klassifizierung der Fälle im Hinblick auf das Motiv sind dringend notwendig, um auch das tatsächliche Ausmaß von Rassismus und seinen unterschiedlichen Ausprägungen abzubilden. Offizielle Zahlen geben bisher nur einen Teil des tatsächlichen Ausmaßes von Rassismus in Deutschland wieder. So liegt die tatsächliche Zahl der antimuslimischen Vorfälle laut Expert*innen deutlich höher. Das Dunkelfeld ist groß.

Rima Hanano, stellvertretende Leitung von CLAIM: „Alleine die im Rahmen der Studie befragten Beratungsstellen melden für 2019 bundesweit rund 1.280 antimuslimisch motivierte Übergriffe bzw. Diskriminierungen – obwohl nur die Hälfte der Stellen antimuslimischen Rassismus erfasst und nur ein Teil der befragten Stellen Angaben zu Fallzahlen gemacht hat. Diese Zahl lässt nur erahnen, wie virulent das Problem von antimuslimisch motivierten Diskriminierungen und Übergriffen in Deutschland tatsächlich ist.“

Neben der Analyse der Beratungslandschaft für Betroffene von antimuslimischem Rassismus in Deutschland liefert die Kurzstudie Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

Weitere Informationen sowie die Studie zum Download als PDF finden sich hier.

Kontakt
CLAIM // Allianz gegen Islam – und Muslimfeindlichkeit
Friedrichstraße 206 | 10969 Berlin
E-Mail: nfclm-llnzd
Web: www.claim-allianz.de


Quelle: www.claim-allianz.de (02.05.2022)

 
 

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