Der Osten der Demokratischen Republik Kongo gehört zu den komplexesten und zugleich am wenigsten beachteten Krisenregionen weltweit. Seit den 1990er Jahren prägt anhaltende Gewalt die Region, eng verbunden mit den Folgen des Völkermords in Ruanda 1994 und den darauffolgenden Kongokriegen.
In den Provinzen Nord Kivu, Süd Kivu und Ituri sind zahlreiche bewaffnete Gruppen aktiv, während geopolitische Spannungen, regionale Rivalitäten und internationale wirtschaftliche Interessen die Situation zusätzlich verkomplizieren. Die Region ist reich an wichtigen Rohstoffen wie Kupfer, Kobalt, Gold und Tantal, deren Abbau oft mit Umweltzerstörung, Kinderarbeit, bewaffneten Konflikten und Vertreibung verbunden ist. Da die meisten Rohstoffe unverarbeitet exportiert werden, entsteht vor Ort nur wenig wirtschaftlicher Nutzen.
Die humanitären Folgen sind gravierend: Rund 6,4 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes vertrieben, und etwa 26,6 Millionen werden 2026 voraussichtlich von Ernährungsunsicherheit betroffen sein. Internationale Organisationen dokumentieren weiterhin schwere Menschenrechtsverletzungen, deren Ausmaß vermutlich deutlich höher liegt.
Die Paneldiskussion bringt unterschiedliche Perspektiven aus internationaler Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, Zivilgesellschaft und Forschung zusammen und ermöglicht einen vielschichtigen Blick auf Herausforderungen und Lösungsansätze in der Region der Großen Seen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle politische Entwicklungen sowie folgende Fragen: Welche realistischen Chancen bieten aktuelle Friedensinitiativen? Wie können wirtschaftliche Zusammenarbeit und regionale Kooperation zur Stabilität beitragen? Welche Verantwortung tragen internationale Akteure, Unternehmen und auch wir als Teil globaler Lieferketten? Und vor allem: Wie können Lösungen aussehen, die den Menschen vor Ort wirklich zugutekommen?
Weitere Informationen, sowie die Möglichkeit zur Anmeldung auf der Webseite der Stiftung.




